{"id":27,"date":"2010-03-14T09:01:51","date_gmt":"2010-03-14T09:01:51","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.wunderkinder.de\/?p=27"},"modified":"2010-03-14T09:01:51","modified_gmt":"2010-03-14T09:01:51","slug":"spottlight-32-showdown-in-itzehoe-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wunderkinder.de\/?p=27","title":{"rendered":"Spottlight #32 Showdown in Itzehoe (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal hat man es als Kuenstler schwer. Die  Herren Kunze, Stute und Hoffmann wurden gewissermassen im Radio  verhoekert. Die Welle Nord hatte dem HRK-Management, wohl im Zuge der  Praesentation und Promo des Konzertes in Kiel 2009, abgerungen, den  Meister in ein Wohnzimmer im Sendegebiet zu schicken, auf dass er dort  musiziere, und sich von seltsamen Leuten mit Kaffee und Kuchen fuettern  lasse.<\/p>\n<p>Vielen Kuenstlern vor ihnen war schon  Aehnliches passiert. So musizierte schon Peter Maffay im Bratwurst-Eck  Otterberg, Karel Gott im Gartenpavillion von Familie Rechtsruck in  Winterberg und die schwaebische Band Pur im Duesseldorfer Rheinstadion,  das spaeter abgerissen wurde.<!--more--><\/p>\n<p>Zunaechst durften sich Hinz und Kunz, so  heissen die meistens da oben, bewerben, in dem sie eine vermeindlich  originelle Idee fuer das Event vorschlugen. Dann waehlte der Sender die 3  originellsten Ideen aus. Jedenfalls wurde das so behauptet. Angesichts  der 3 Vorschlaege die ins Voting kamen, moechte ich die durchgefallenen  Ideen lieber gar nicht wissen. Denn die Bewerber versuchten sich zu  qualifizieren, in dem sie a) \"Dein ist mein ganzes Herz\" vorzujodeln  planten, b) dem Kuenstler einen Blumengesteck zum Verzehr ueberreichen  wollten, und c) eine volkstuemliche Blaskappellenversion der  \"Bestandsaufnahme\" zu Gehoer bringen wollten.<\/p>\n<p>Die Auswahl wurde den Hoerern des Senders im  Internet einen Tag zum Voten angeboten. Da neben der Blaskapelle auch  saemtliche Fanclubs von Kunze mobilisiert wurden, gewannen schliesslich  Pizza- und Stempelmaschinenverkaeufer aus Itzehoe mit einem Vorsprung  biblischer Dimension. Diese wussten erstmal ebensowenig, wie die Herren  vom Raeuberzivil, auf was sie sich da eingelassen hatten, freuten sich  aber zunaechst in vollkommener Zuegellosigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da ein Wohnzimmerkonzert in einem Wohnzimmer  stattzufinden hat, bestand der Sender also auf einen 14 Quadratmeter  grossen Raum, obwohl eine Grosskueche\/Esszimmer-Kombination mit 45  Quadratmeter zur Verfuegung gestanden haette. Und eben dieser Sender  rueckte 2 Tage vor dem Event mit einem fuenfunddreissigkoepfigen Stab  an, der die Vorbereitung treffen, und die Location auf den Kopf stellen  sollte. Vom Intendanten bis zum Praktikanten trampelte alles durch das  Haus, zumal man sich auch eine Liveschaltung in den Rundfunk in den Kopf  gesetzt hatte. Es gab schwere Kaempfe um Licht- und Soundspezivitaeten,  die die Hausbewohner stellenweise in Ruhigbleibungsnot brachten.<\/p>\n<p>Dummerweise gehoerte ja nun auch die ominoese  Blaskapelle zu der Veranstaltung, von der das Geruecht die Runde  machte, die gaebe es gar nicht, und die sei nur erfunden worden, um ins  Voting zu gelangen. Eine dazugehoerige Internetseite deute zwar auf eine  traditionsreiche Vergangenheit hin, aber ob die Seite nicht grad 2 Tage  vorher erst ins Netz gegangen sein koennte, war nicht entgueltig zu  klaeren. Nun, ob die Kapelle, sie nennt sich Musikzug, schon vorher  existent war, oder nicht, sie war jedenfalls einsatzfaehig. Und sie war  mit einhundertdreiundfuenfzig Mitgliedern zu umfangreich fuer ein  Wohnzimmer von 14 Quadratmetern. Ein Zelt musste her. Ein Zelt im  Garten, welches fuer die blasmusikalische Darbietung Raum bieten sollte,  nicht aber fuer das Wohnzimmerkonzert, dass ja eben nun mal  ueberraschenderweise im Wohnzimmer stattfinden sollte. Ohne Musikzug.<\/p>\n<p>Das Zelt wurde besorgt. Es handelte sich um  das Ausweichzelt des inzwischen geschlossenen Zirkus Simoneit-Barum, das  wegen seiner Rundform jedoch nicht in den Garten passte. Wohl in der  Laenge, nachdem man 2 Apfelbaeume entfernt hatte, nicht aber in der  Breite. Die Mauer zum Nachbarn Hinrichs musste abgetragen werden. Da  diese im Urlaub weilten, steht die Reaktion auf die Liquidierung ihrer  Mauer noch aus.<\/p>\n<p>Jetzt will ich mich aber nicht zu lange mit  den Vorbereitungen befassen, obwohl die allein ein Buch fuellen  koennten. Vielmehr setze ich nun bei der Anreise der Musiker an. Diese  war recht beschwerlich. Jetzt ist es ja so, dass Kuenstler vor einem  Event vom Veranstalter Unterlagen bekommen, in denen alle Informationen  drinstehen. Anfahrt, Parkbucht an der Location, Aufbauregularien, usw.   Hier lag nur die Adresse vor, und die stimmte aufgrund eines  Uebermittlungsfehlers nicht einmal. Das Wohnzimmerkonzert war naemlich  nicht fuer die Berthold-Brecht-Strasse gebucht, sondern fuer die  Bert-Brecht-Strasse. Keine Ahnung ob der Gastgeber sich versprochen,  oder Wolli Stute nicht richtig zugehoert hatte, der Treck fuhr  faelschlicherweise in die Berthold-Brecht Strasse, die es dummerweise in  Itzehoe auch gibt, wenn auch am entgegengesetzten Ortsende. Und unter  der angegebenen Hausnummer landeten die Herren in der Kneipe \"Amor-Bar\",  die um diese Zeit noch geschlossen war. Als der Wagen bereits  leergeraeumt war, kam der Hausmeister um die Ecke, und stellte den  Irrtum klar. Dort war fuer den Abend nicht Raeuberzivil gebucht, sondern  \"Busenwunder Lilo und ihr Stangentanz\".<\/p>\n<p>Es wurde alles wieder eingeladen, \"Bert-Brecht\" ins Navi eingegeben, und durchgestartet.<\/p>\n<p>Unterdessen spielte sich der Musikzug im  ungeheizten Zelt schon mal warm, soweit das im tiefsten Winter moeglich  war. Die wenigen Gaeste, die im Sinne von Konzertbesuchern geladen  waren, also keine veranstaltungsspezifische Funktion hatten, berieten  inzwischen darueber, ob sie bereits den engen Platz im Wohnzimmer in  Beschlag nehmen sollten, weil sie Angst hatten, spaeter rein physisch  nicht mehr hineinzupassen, oder noch das interessante Treiben im Zelt zu  besichtigen sei, dass dem Konzert vorgelagert ueber die Buehne gehen  sollte.<\/p>\n<p>Die 45 Quadratmeter grosse Kueche war  Tabuzone, weil hier Kuenstlergaderobe und Verpflegungsbereich gedacht  war. Die Kommandozentrale der Welle Nord befand sich in der Besenkammer.<\/p>\n<p>Der Intendant hoechstpersoenlich hatte einen  Zeitplan erstellt, auf die Ankunft von Kunze &amp; Co fuer 19 Uhr  verzeichnet war, damit nach Aufbau und Soundcheck gegen 19.30 Uhr die  Prozedur im Zelt steigen konnte, und ein puenktlicher Konzertbeginn fuer  20 Uhr moeglich waere.<\/p>\n<p>Dummerweise war es inzwischen 19 Uhr, und  keine Kuenstler waren zu sehen, ausser man wuerde den frierenden  Musikzug so bezeichnen. Es hatte nicht unerhebliches Schneetreiben  eingesetzt und die Aussentemperatur hatte sich in den -3 Grad-Bereich  gestuerzt.<\/p>\n<p>Kunze &amp; Co hatten ein neues Problem. Das  Navi war ausgefallen. Infolge eines Funklochs, wie man es in dieser  duenn besiedelten Gegend oefter hat, war keine Verbindung mehr zum  Satelliten moeglich. Auch nicht via Handy. Handy haette aber ohnhin  nichts genuetzt, weil das Telefon im Veranstalterhaushalt vom  NDR-Praktikanten versehentlich runtergeworfen und zerstoert worden war.<\/p>\n<p>Dazu Schneetreiben, inzwischen Dunkelheit,  und eine aufgrund kommunaler Sparmassnahmen grottige Strassenbeleuchtung  in diesem verf... Itzehoe. Kunze begann vor sich hin zu schimpfen,  Conny, der Fahrer philosophierte ueber Staedte, in denen es aussehe wie  in Bitterfeld vor der Grenzoeffnung, Wolli Stute wurde schweissnass vor  Nervositaet, und Hajo Hoffmann fiedelte froehlich \"Wir leben alle im  Erdgeschoss, und regte die Anderen nur noch mehr auf.<\/p>\n<p>So, liebe Leser, und an dieser spannenden Stelle gibt es etwas, was wir im Spottlight noch nie hatten: Einen Cliffhanger.<\/p>\n<p>Also, Freunde, Fortsetzung folgt...und das schon in ein paar Tagen im Spottlight #33.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal hat man es als Kuenstler schwer. 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