Schnee von Gestern

Gestern sind die allerletzten Schneereste weggetaut. Ein untrügliches Zeichen für das Weihnachtsfest. Und zu diesem erfülle ich mir und euch jetzt endlich mal den langgehegten Wunsch, ein Weihnachts-Spottlight abzusetzen, das man auch zu einem kleinen Jahresrückblick nutzen kann.Zunächst mal darf ich auf Anfragen bezüglich des Gemeindebriefes eingehen, dessen Erscheinen zum Fest zwar nicht festgeschrieben, aber doch ursprünglich mal geplant war. Da ist eine komische Sache passiert. Im Juni bereits wurde mit einem sehr interessanten Herrn ein Interview geführt, das quasi als Titelstory und Aufmacher für den folgenden GMB gedacht war. Jetzt ist es so, dass Wunderkinder die Gespräche die sie führen, und anschließend in Interviewform bringen, dem Gespr?chspartner zum Gegenlesen überlassen, bevor sie sie veröffentlichen. In diesem Fall ging der fertige Text Anfang Juli raus, und war (unvorsichtigerweise, wie wir heute wissen) mit dem Vermerk versehen, das Gegenlesen und die Freigabe eile nicht.

Nun, was soll ich sagen. Nach meinen Informationen ist die Freigabe bis heute nicht erfolgt. Natürlich gab es vorsichtige Nachfragen, und natürlich rechnet die GB-Redaktion weiterhin damit, das Interview noch zu verwerten, aber es gibt nun einmal so hart arbeitende Bevölkerungsmitglieder, dass so ein Vorgang schon mal ein halbes Jahr ?berdauern kann.

Übrigens fehlt dem GMB nicht nur die Titelstory, sondern auch die gewünschte Breite sonstiger Autoren. Man kann ja so ein heft nicht ausschließlich mit Eventberichten füllen, die im Forum sowieso schon zu lesen waren. Ein repräsentativer Querschnitt ist schän, aber der GMB ist ja kein Archiv. Unser Chefredakteur legt seit je her Wert darauf, auch ?berraschendes bieten zu können. Und das ist im Internetzeitalter schwieriger geworden.

Übrigens hat jener Chefredakteur meinen Artikel fürs Heft auch noch nicht. Aber da ich über den Stand der Druckreife stets informiert bin, kann ich mir das leisten und erst auf Abruf liefern.

So, anderes Thema. Wenn wir das HRK-Jahr mal überschlagen, war einiges aufgerufen. Die Band-Tournee, ganz viel Gemeinsame Sache, jede Menge Räuberzivil, dazu Lesungen, und andere Formate wie die „Nacht der Lieder“, oder das Festival in Reutlingen.

Vor allem im Zuge der Album-Promo hatten wir TV-Auftritte (Tag, Frau Nebel) und gleich zwei ausgiebige Rundfunk-Senderreisen.

Im heimischen Schrank wurde nicht nur Platz gemacht für „Protest“, sondern für die langerwartete Remasters-Box, das „Räuberzivil“-Album, und das nicht in den Player passende „Saldo Mortale“. Als Ergänzung bot sich außerdem noch das „Hausboot“an, und wer vor gar nichts zurückschreckte, kaufte sich noch die spanische „Herz“-Fassung, die allerdings am Sommerhit 2009 ein Stück vorbeischrammte.

Über alle diese Produkte haben wir ausgiebig berichtet, geschrieben und diskutiert, eine Auffälligkeit möchte ich aber gesondert erwähnt haben. Das Referenzstück des Jahres aus dem Hause Kunze war ja nun mal das Bandalbum. Und gemessen an den vorsichtigen Erwartungen kam ich damit sehr gut klar.

Nun aber habe ich den Eindruck: „Protest“ altert nicht besonders gut.

Hm? Was quatscht der Franky da wieder fürn Mist? Altert nicht gut?

Ich will es kurz erklären. Ich bin mit dem Album ungewöhnlich schnell ins Reine gekommen. Wohl wegen der weitgehenden Eingängigkeit der Songs. Das ging dann erwartungsgemäßauf Kosten der persönlich ermittelten Halbwertzeit. Dazu kommt, was ich ja von Anfang an schrieb, dass „Protest“ sich nicht als Einheit präsentiert. Die Platte ist irgendwie zerrissen und verzichtet weitgehend auf logische Zusammenh?nge. Vor allem wohl, wegen der stellenweise positiven Grundhaltung, die aber neben typischen HRK-Texten wie „Dagegen“, „Möglich“ oder meinem Favoriten „Regen in meinem Gesicht“ fremd und fehlgeleitet wirkt.

Jedenfalls stelle ich fest, dass ich „Protest“, nachdem ich sie nach der Tour lange überhaupt nicht mehr aus dem Schrank geholt hatte, jetzt nur noch wegen einzelner Songs hervorkrame, nicht um des Albums Willen.

Und das ist nach einem schlappen Jahr ungewöhnlich.

Damit ihr auch was dazu schreiben könnt, stelle ich das Thema auch mal ins Forum. Und wenn mich jemand beschimpfen möchte, lade ich dazu auch herzlich ein.

Jetzt darf ich euch noch meine Jahres-Top-Ten aufdrücken, wo doch das Jahr grad zu Ende geht. Die Reihenfolge ist beliebig, aber ohne diese 10 Alben ging es dieses Jahr nicht:

GAZPACHO………TICK TOCK
EDITORS……….IN THIS LIGHT AND ON THIS EVENING
KATATONIA……..NIGHT IS THE NEW DAY
PORCUPINE TREE…THE INCIDENT
RIVERSIDE……..ANNO DOMINI HIGH DEFINITION
U2……………NO LINE ON THE HORIZON
ARCHIVE……….CONTROLLING CROWDS I.-IV.
TRANSATLANTIC….THE WHIRLWIND
DEVIN TOWNSEND…KI
AIRBAG………..IDENTITY

So, und jetzt kommt gut rein, und habt ein superschönes 2010.

Der Franky

Übrigens, der oben erwähnte Interviewpartner heißt nicht Kunze, bevor das jetzt irgendwer denkt. Den alle 5 Minuten zu interviewen würde ja auch irgendwann langweilig.

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